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  • Neues Jahr, neue Wege: OEB ab 2026 

    Neues Jahr, neue Wege: OEB ab 2026 

    Was wir erreicht haben – und wie wir gemeinsam weitergehen 
    Open Educational Badges (OEB) ist aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt MINT.OBadges entstanden und im Rahmen von „Mein Bildungsraum“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert worden. Mit dem Jahreswechsel ist die Förderphase zu Ende gegangen.  

    Der erfolgreiche Abschluss von „MINT.OBadges“ markiert jedoch keinen Endpunkt, sondern einen Meilenstein: Denn OEB bleibt bestehen und wird ab 2026 gezielt durch die Verbundpartnerin mycelia gGmbH weiterentwickelt. Die matrix gGmbH wird sich auf weitere Anwendungsszenarien von OEB fokussieren, während openSenseLab gGmbH die technische Entwicklung begleitet und Anwendungsumgebungen im NGO- und Hochschul-Sektor erprobt. Die Partner:innen möchten auch zukünftig gemeinschaftlich an der Vision hinter OEB arbeiten. 

    In den vergangenen zwei Jahren hat sich unsere Hypothese bestätigt, dass die Idee trägt, Kompetenzerwerb sichtbar zu machen – unabhängig davon, wann, wo oder wie das Lernen stattfindet. OEBs schaffen die Möglichkeit, sowohl Kompetenzen sichtbar und nutzbar als auch Lernangebote anschlussfähig zu machen. Was wir gemeinsam aufgebaut haben, bildet nun das Fundament für die nächsten Schritte. 

    Unsere wichtigsten Meilensteine 
    In der Projektlaufzeit ist viel entstanden: konzeptionell, kulturell, methodisch und technologisch. OEB hat sich zu einer Infrastruktur entwickelt, die Sichtbarkeit von Kompetenzerwerb in ganz unterschiedlichen Bildungs- und Lernwelten ermöglicht. Das haben wir umgesetzt: 

    • Aufbau und iterative Weiterentwicklung der OEB-Plattform für das Erstellen, Vergeben und Sammeln von Badges 
    • Aufsetzen eines Open Badge 3.0 Servers mit standardkonformer Einbindung von ESCO als Kompetenztaxonomie 
    • Integration von Kompetenz-Frameworks (ESCO, Future Skills) 
    • Etablierung einer Netzwerkfunktion, um Collective Impact zu fördern 
    • Integration von drei Badge-Varianten (Teilnahme-, Kompetenz-Badge und Micro Degree) 
    • Anschlussfähige Lernpfade über verschiedene Bildungsakteur:innen hinweg 
    • Aufbau einer Rucksackfunktion für Lernende, um Relevanz zu schaffen (individuelles Kompetenzprofil) 
    • Badges als verbindendes Element in Reallaboren 
    • Gewinn und Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen  
    • Stärkung von Anerkennung und Akzeptanz von Badges 
    • Aufbau einer engagierten, offenen OEB-Community 
    • Intensiver Dialog zwischen Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung 
    • Mehr Chancengerechtigkeit durch digitale, offene und verständliche Nachweise  
    • Teilnahme an und Präsentationen bei einschlägigen Konferenzen (Forum Bildung Digitalisierung, MINT Barcamps, Epic Paris uvm.) 

    Damit sind OEBs heute eine Infrastruktur, die Anerkennung, Durchlässigkeit und Orientierung im Bildungssystem stärkt. 

    Alle Ergebnisse bleiben öffentlich einsehbar. Werft gerne einen Blick in unser OEB-Magazin und taucht ein in über zwei Jahre Projektarbeit:

    Danke für über zwei Jahre gemeinsame Entwicklung 
    Wir bedanken uns bei allen Verbundpartner:innen, bei der Community, bei unseren Nutzer:innen, Förder:innen, Partner:innen und bei allen, die Badges ausprobieren, hinterfragen, gestalten und weiterdenken. Diese gemeinsame Arbeit ist entscheidend für die Wirkung, die OEB entfaltet. 

    Unsere Zukunft beginnt jetzt 
    Jetzt blicken wir weiter nach vorne. Das Jahr 2026 markiert den Start einer neuen Phase, in der wir OEB gezielt weiterentwickeln: 

    • Entwicklung von Dashboards zur Datenvisualisierung und Wirkungsanalyse 
    • Individuelles PDF Zertifikat-Layout 
    • Erweiterung der ESCO Strukturen 
    • Unterstützung von (Bildungs-)Institutionen bei der Einführung und Nutzung 
    • Erweiterung der Anwendungsfelder 
    • Langfristige Verankerung von OEB in Bildungsstrukturen 
    • Nutzung der entwickelten Open-Source-Plattform in anderen Projekten 

    Gemeinsam gestalten wir ein offenes Kompetenzökosystem, in dem Kompetenzen sichtbar, nutzbar und anschlussfähig sind.  

    Gemeinsam weiterdenken 
    OEB ist erst am Anfang. Wir laden euch herzlich ein, die Zukunft aktiv mitzugestalten – ob als Nutzer:in, Förderer:in oder Partner:in. 

    Alle Informationen und den direkten Kontakt findet ihr hier:

  • OEB in der Praxis – Ein Interview mit Anastasia Rylnikov und Moritz Demandt von skillzUP

    OEB in der Praxis – Ein Interview mit Anastasia Rylnikov und Moritz Demandt von skillzUP

    skillzUP ist eine Initiative der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG) zur Förderung digitaler Kompetenzen bei jungen Menschen aus Mönchengladbach und Umgebung. Das kostenlose Angebot richtet sich an Schüler:innen, Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger:innen im Alter von 13 bis 23 Jahren. Diese junge Zielgruppe soll fit für die Möglichkeiten des Digitalen Zeitalters und die zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes gemacht werden. Wir haben uns mit Anastasia und Moritz von skillzUP hingesetzt und ein Interview geführt.

    Wie seid ihr auf Open Educational Badges (OEB) aufmerksam geworden und warum habt ihr euch entschieden OEB einzusetzen?

    Anastasia: Wir haben ursprünglich ganz klassisch Zertifikate erstellt – in Canva gestaltet und ausgedruckt oder als PDF verschickt. Doch schnell wurde deutlich, dass viele Teilnehmende lieber eine digitale Variante hätten. Also haben wir angefangen, die Zertifikate händisch als PDF zu generieren, was aber auf Dauer zu aufwendig war. Ein Kollege hat mir dann von OEB erzählt. Nach einem ersten Gespräch war klar, dass das eine gute Lösung sein könnte – vor allem, weil es mehr ist als ein digitales Zertifikat. Die Badges haben einen Gamification-Ansatz. Außerdem war uns wichtig, dass sie nicht nur Nachweise, sondern auch kleine Anerkennungen für die Lernleistung sind.

    In welchen Kontexten nutzt ihr Badges?

    Moritz: Unsere Badges kommen vor allem in Kursen und Workshops zum Einsatz, die sich an eine junge Zielgruppe richten – also Schüler:innen, Auszubildende oder Studierende. Da passt es ganz gut, dass man es schafft, die Zertifikate auf digitaler Ebene zu vergeben.

    Anastasia: Anfangs haben wir einfache Teilnahme-Badges vergeben, um das System zu testen. Nach dem ersten Workshop haben wir gemerkt, dass es sinnvoll ist, die Inhalte stärker sichtbar zu machen. Daher haben wir später, in Rücksprache mit den Dozent:innen und Trainer:innen, Kompetenz-Badges erstellt, in denen die Themen und Lernziele der Veranstaltung festgehalten wurden. Für die Teilnehmenden ist das deutlich aussagekräftiger, weil sie sehen können, was sie konkret gelernt haben.

    Wie waren eure Erfahrungen mit der Erstellung und Vergabe von OEB?

    Anastasia: Für das Design konnten wir auf vorhandene Elemente zurückgreifen: unsere Icons in unseren Farben, die für unsere Website erstellt wurden. So war alles CI-konform. Das hat gut funktioniert und den Wiedererkennungswert gestärkt.

    Bei der Vergabe haben wir unterschiedliche Varianten ausprobiert: teilweise direkt am Ende der Veranstaltung mit QR-Code, teilweise im Nachhinein. Wir haben gemerkt, dass die Vergabe am besten funktioniert, wenn sie direkt im Anschluss stattfindet – also während die Teilnehmenden noch anwesend sind.

    Moritz: Wir haben einfach den QR-Code in unsere bestehende Präsentation eingebaut und das war eigentlich relativ easy.

    Welches Potenzial seht ihr?

    Anastasia: Viele Teilnehmende erwarten gar nicht, dass sie ein Zertifikat oder einen Nachweis bekommen. Gerade bei Jüngeren fehlt oft das Bewusstsein dafür, dass solche Nachweise wichtig sein können – etwa für Bewerbungen oder den Lebenslauf.

    Bei Studierenden ist das anders: Sie wissen meist, wie sie digitale Zertifikate nutzen können, und bevorzugen klar die digitale Form. Ich habe letztens in einer Studierendengruppe nachgefragt, ob das jemand in Print-Form haben möchte, und alle wollten das Zertifikat digital. Für sie sind Badges eine sinnvolle Ergänzung.

    Bei einigen Zielgruppen muss man aber schon erklären, warum Zertifikate oder Badges sinnvoll sind. Ich sage dann immer: ‚Nutzt solche Zertifikate oder Badges oder was ihr auch bekommt, weil das zeigt, dass ihr außerhalb der Schule oder außerhalb der Standardsachen Kenntnisse erworben habt‘

    Welchen Rat würdet ihr anderen Institutionen geben, die OEB einsetzen möchten?

    Moritz: Ein großer Vorteil ist der administrative Teil: Kein Drucken, kein händisches Erstellen, kein Versand per Post. Zudem können Papier-Zertifikate irgendwann verloren gehen, während digitale Badges dauerhaft abrufbar bleiben.

    Wir würden Institutionen raten, den Vergabeprozess klar in den Ablauf einer Veranstaltung zu integrieren – idealerweise direkt am Ende. Und wichtig ist auch, den Teilnehmenden zu erklären, was Badges sind und wie sie sie nutzen können.

    Anastasia: Badges können auch für Schulen, Berufskollegs/Betriebe und Hochschulen interessant sein – nicht nur als Nachweis, sondern auch, um die Motivation der Schüler:innen oder Studierenden zu fördern. Ich glaube, Menschen sammeln gerne und Badges regen dazu an, etwas erreichen zu wollen – ähnlich wie das Erreichen des nächsten Levels in einem Spiel.

    🔗 OEB-Profil von skillzUP