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  • Neues Jahr, neue Wege: OEB ab 2026 

    Neues Jahr, neue Wege: OEB ab 2026 

    Was wir erreicht haben – und wie wir gemeinsam weitergehen 
    Open Educational Badges (OEB) ist aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt MINT.OBadges entstanden und im Rahmen von „Mein Bildungsraum“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert worden. Mit dem Jahreswechsel ist die Förderphase zu Ende gegangen.  

    Der erfolgreiche Abschluss von „MINT.OBadges“ markiert jedoch keinen Endpunkt, sondern einen Meilenstein: Denn OEB bleibt bestehen und wird ab 2026 gezielt durch die Verbundpartnerin mycelia gGmbH weiterentwickelt. Die matrix gGmbH wird sich auf weitere Anwendungsszenarien von OEB fokussieren, während openSenseLab gGmbH die technische Entwicklung begleitet und Anwendungsumgebungen im NGO- und Hochschul-Sektor erprobt. Die Partner:innen möchten auch zukünftig gemeinschaftlich an der Vision hinter OEB arbeiten. 

    In den vergangenen zwei Jahren hat sich unsere Hypothese bestätigt, dass die Idee trägt, Kompetenzerwerb sichtbar zu machen – unabhängig davon, wann, wo oder wie das Lernen stattfindet. OEBs schaffen die Möglichkeit, sowohl Kompetenzen sichtbar und nutzbar als auch Lernangebote anschlussfähig zu machen. Was wir gemeinsam aufgebaut haben, bildet nun das Fundament für die nächsten Schritte. 

    Unsere wichtigsten Meilensteine 
    In der Projektlaufzeit ist viel entstanden: konzeptionell, kulturell, methodisch und technologisch. OEB hat sich zu einer Infrastruktur entwickelt, die Sichtbarkeit von Kompetenzerwerb in ganz unterschiedlichen Bildungs- und Lernwelten ermöglicht. Das haben wir umgesetzt: 

    • Aufbau und iterative Weiterentwicklung der OEB-Plattform für das Erstellen, Vergeben und Sammeln von Badges 
    • Aufsetzen eines Open Badge 3.0 Servers mit standardkonformer Einbindung von ESCO als Kompetenztaxonomie 
    • Integration von Kompetenz-Frameworks (ESCO, Future Skills) 
    • Etablierung einer Netzwerkfunktion, um Collective Impact zu fördern 
    • Integration von drei Badge-Varianten (Teilnahme-, Kompetenz-Badge und Micro Degree) 
    • Anschlussfähige Lernpfade über verschiedene Bildungsakteur:innen hinweg 
    • Aufbau einer Rucksackfunktion für Lernende, um Relevanz zu schaffen (individuelles Kompetenzprofil) 
    • Badges als verbindendes Element in Reallaboren 
    • Gewinn und Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen  
    • Stärkung von Anerkennung und Akzeptanz von Badges 
    • Aufbau einer engagierten, offenen OEB-Community 
    • Intensiver Dialog zwischen Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung 
    • Mehr Chancengerechtigkeit durch digitale, offene und verständliche Nachweise  
    • Teilnahme an und Präsentationen bei einschlägigen Konferenzen (Forum Bildung Digitalisierung, MINT Barcamps, Epic Paris uvm.) 

    Damit sind OEBs heute eine Infrastruktur, die Anerkennung, Durchlässigkeit und Orientierung im Bildungssystem stärkt. 

    Alle Ergebnisse bleiben öffentlich einsehbar. Werft gerne einen Blick in unser OEB-Magazin und taucht ein in über zwei Jahre Projektarbeit:

    Danke für über zwei Jahre gemeinsame Entwicklung 
    Wir bedanken uns bei allen Verbundpartner:innen, bei der Community, bei unseren Nutzer:innen, Förder:innen, Partner:innen und bei allen, die Badges ausprobieren, hinterfragen, gestalten und weiterdenken. Diese gemeinsame Arbeit ist entscheidend für die Wirkung, die OEB entfaltet. 

    Unsere Zukunft beginnt jetzt 
    Jetzt blicken wir weiter nach vorne. Das Jahr 2026 markiert den Start einer neuen Phase, in der wir OEB gezielt weiterentwickeln: 

    • Entwicklung von Dashboards zur Datenvisualisierung und Wirkungsanalyse 
    • Individuelles PDF Zertifikat-Layout 
    • Erweiterung der ESCO Strukturen 
    • Unterstützung von (Bildungs-)Institutionen bei der Einführung und Nutzung 
    • Erweiterung der Anwendungsfelder 
    • Langfristige Verankerung von OEB in Bildungsstrukturen 
    • Nutzung der entwickelten Open-Source-Plattform in anderen Projekten 

    Gemeinsam gestalten wir ein offenes Kompetenzökosystem, in dem Kompetenzen sichtbar, nutzbar und anschlussfähig sind.  

    Gemeinsam weiterdenken 
    OEB ist erst am Anfang. Wir laden euch herzlich ein, die Zukunft aktiv mitzugestalten – ob als Nutzer:in, Förderer:in oder Partner:in. 

    Alle Informationen und den direkten Kontakt findet ihr hier:

  • START: Wirkung sichtbar machen mit OEB

    START: Wirkung sichtbar machen mit OEB

    Wie lassen sich Lernfortschritte sichtbar machen, wenn Lernen nicht in klassischen Kursen mit festen Abschlüssen stattfindet? Wie können Jugendliche erkennen, was sie gelernt haben – und diese Kompetenzen auch für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg nutzen? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich die START-Stiftung.
    START begleitet Jugendliche mit Migrationsbezug auf ihrem Bildungsweg. Ihr Ziel ist es, Chancengerechtigkeit zu fördern und Potenziale langfristig zu entfalten. Eine zentrale Rolle spielen dabei digitale Bildungsangebote zu Persönlichkeitsentwicklung, Demokratiestärkung, Engagementförderung, Medienkompetenz und schulischen Themen auf dem START Campus, die Jugendlichen aus der gesamten Community niedrigschwellig offenstehen. Seit dem Schuljahr 2025/26 setzt START dafür auf Open Educational Badges (OEB).

    Lernen sichtbar machen – für Jugendliche und Organisationen
    Die Idee hinter OEB begeisterte START sofort. Badges, die in einem digitalen Rucksack gesammelt werden können, passen zu einem jugendzentrierten Ansatz, der auf Orientierung, Motivation und Selbstwirksamkeit setzt. Sichtbare Lernfortschritte geben Jugendlichen Halt in einem oft unübersichtlichen Bildungs- und Orientierungsprozess. Für die Jugendlichen bedeuten Badges vor allem Transparenz: Sie sehen, was sie bereits erreicht haben, wie einzelne Veranstaltungen zusammenhängen und in welchen Bereichen sie sich gezielt weiterentwickeln können. Der digitale Ansatz ist nah an ihrer Lebensrealität und wirkt spielerisch motivierend, ohne den Anspruch zu verlieren, Kompetenzen ernsthaft und nachvollziehbar zu dokumentieren. Tatjana Kasper beschreibt diesen Mehrwert so:

    Damit entfalten Open Educational Badges ihre Wirkung auf zwei Ebenen: Sie stärken die Orientierung und Motivation der Jugendlichen und liefern START direktes Feedback zu ihren Bedarfen. Auf dieser Grundlage lassen sich Angebote gezielter strukturieren und weiterentwickeln – mit dem übergeordneten Ziel, Wirkung zu erhöhen und Chancengerechtigkeit systematisch voranzubringen.

    Badges im Einsatz: START Coding und START Career
    Um Erfahrungen zu sammeln, startete START mit einem Badge-Testlauf in zwei Intensivprogrammen:
    Bei START Coding werden Teilnahme-Badges für das digitale IT-Rahmenprogramm sowie Kompetenz-Badges für in Online- und Präsenz-Coding-Camps erworbene Fähigkeiten vergeben. Die Formate werden von START und der Partnerorganisation CodeDoor e.V. durch qualifizierte Mentor:innen begleitet. Wer die definierte Mindestanzahl an Formaten absolviert – und dafür einzelne Badges einsammelt – erhält am Ende den Micro Degree „START Coding“. Ein Micro Degree setzt so das Zertifikat am Ende eines Lernpfades. Im Fall von START Coding umfasst der Lernpfad das Erlernen von Programmier-Fähigkeiten bis hin zur Erstellung einer eigenen App. Perspektivisch wird auch geprüft, die Mentor:innen-Ausbildung selbst mit Badges zu zertifizieren und so Qualitätsmanagement auch explizit zu machen.

    Bildunterschrift: Jugendliche bei START Coding, Fotocredit: START_André Groth.

    Im Programm START Career stehen berufliche Orientierung und Future Skills im Fokus – von der Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Schwächen bis hin zu gewonnenen Einblicken in verschiedene Wissensfelder. Vergeben werden Kompetenz-Badges für digitale Workshops und Praxisformate, z. B. mit Unternehmen, sowie Teilnahme-Badges für den Besuch von Konferenzen oder Vorträgen. Einen Micro Degree erhalten die Jugendlichen nach der Teilnahme an vier digitalen und einer Präsenzveranstaltung.

    Beide Programme zeigen exemplarisch, wie sich mit OEB strukturierte Lernpfade abbilden lassen, ohne die notwendige Flexibilität für unterschiedliche Formate und individuelle Lernwege zu verlieren.

    Wirkung sichtbar machen entlang der START-Wirkungslogik
    Badges sind bei START nicht nur Anerkennung für Lernende, sondern auch ein wertvolles Steuerungs- und Reflexionsinstrument für die Organisation. Katharina Bürkin betont den Mehrwert von OEB:

    Ab Frühjahr 2026 wird diese Wirkungsperspektive durch OEB weiter unterstützt: Das aktuell entstehende OEB-Dashboard visualisiert automatisiert die über Badges anfallenden Daten. Organisationen können so auf einen Blick erkennen, wie sich Badge-Vergaben, Kompetenzfelder und Programme über die Zeit entwickeln. Ergänzend ist eine Export-Funktion geplant, die Daten für interne Auswertungen, Wirkungsberichte oder die Kommunikation gegenüber Förderern und Partnerorganisationen nutzbar macht. So wird es möglich, Wirkung nicht nur qualitativ zu beschreiben, sondern datenbasiert zu analysieren und Lernangebote gezielt weiterzuentwickeln.

    Bildunterschrift: Beispiel-Ausschnitt eines OEB-Dashboards.

    In einem weiteren Schritt wird es möglich sein, Badge-Daten mit individuellen Kompetenz-Frameworks zu verknüpfen – bei START etwa mit den eigenen Wirkungsdimensionen. Diese können im System hinterlegt werden, sodass im institutionseigenen OEB-Dashboard neben den gestärkten ESCO-Kompetenzbereichen auch sichtbar wird, wie stark die einzelnen Wirkungsdimensionen durch die vergebenen Badges tatsächlich gestärkt werden.

    Die OEB-Plattform in der Praxis
    Ausgangspunkt für die Badge-Erstellung bei START sind Kursbeschreibungen, die ohnehin für die Kommunikation der Kurse entstehen. Darauf aufbauend tauscht sich das Team mit Kursleitungen und Mentor:innen aus, um zu klären, welche Kompetenzen vermittelt werden. Für die Zuordnung nutzt START sowohl den KI-Assistenten auf OEB als auch eigene Recherchen im ESCO*-Raster. Der KI-Assistent dient als strukturierende Unterstützung und ergänzt die fachliche Einschätzung des Teams durch zusätzliche Vorschläge. Da viele Veranstaltungstexte bewusst kurz und niedrigschwellig gehalten sind, ist es umso wichtiger, diese Hinweise fachlich einzuordnen und entlang der eigenen Wirkungslogik gezielt zu priorisieren. Diese Kompetenzen sind dann fester Bestandteil des Badges.
    Die Vergabe der Badges erfolgt entweder direkt per E-Mail an die Teilnehmenden oder bei Präsenzformaten über QR-Codes, über die sie den Badge selbst anfordern können.

    Positive Resonanz – und frühe Signale für Wirkung
    Das Interesse an Badges zeigt sich bei START auf mehreren Ebenen. Besonders deutlich wird es bei den Jugendlichen selbst: Viele der Teilnehmenden – bei START Coding sogar alle – haben ihre Badges beantragt und heruntergeladen. Sie freuen sich über die Möglichkeit, die Badges im Lebenslauf nutzen zu können, und sehen darin einen potenziellen Vorteil im Bewerbungsprozess. Auch wenn es noch früh ist, beobachtet START in einzelnen Bereichen bereits steigende Teilnehmendenzahlen und möchte weiter untersuchen, welchen Anteil die Einführung der Badges daran hat. Darüber hinaus fragen Jugendliche gezielt nach Badges für weitere digitale Veranstaltungen – sie werden als attraktiv und relevant wahrgenommen.
    Innerhalb von START regen Open Educational Badges eine intensivere Auseinandersetzung mit Kompetenzzielen an. Gleichzeitig wächst das Interesse bei Partnerorganisationen aus dem Bildungsbereich und bei Unternehmen, die das Potenzial standardisierter, digitaler Kompetenznachweise aufmerksam verfolgen.

    Lernen aus der Praxis: Was START weitergibt
    Für einen nächsten Einsatz würde START vor allem eines tun: früher mehr Kolleg:innen einbinden und den Badge-Prozess intern klar dokumentieren. Hilfreich ist es zudem, sich zu Beginn auf einige zentrale Kompetenzen zu verständigen – „so verliert man sich nicht im ESCO-Dschungel“ und kommt schneller ins Tun. Mit etwas Vorlauf lassen sich Abläufe stärker standardisieren und automatisieren, etwa durch eine bevorzugte Vergabe per QR-Code direkt im Anschluss an Veranstaltungen. Empfehlen kann START den persönlichen Support durch das OEB-Team, die FAQ und Video-Tutorials auf der OEB-Webseite sowie die bereitgestellten Badge-Vorlagen als grafisches Grundgerüst. Der wichtigste Tipp lautet: Einfach machen. „Die Teilnehmenden profitieren, werden motiviert und ihr Lernfortschritt wird sichtbar und übertragbar.“
    Langfristig plant START, Badges auf alle Veranstaltungen auszuweiten und Lernpfade konsequent entlang der eigenen Wirkungsdimensionen zu gestalten. So sollen Jugendliche noch klarer erkennen können, in welchen Kompetenzfeldern sie sich entwickeln – und welcher Weg sie dabei unterstützt.

    Bildunterschrift: Badges von START.

    🔗 OEB-Profil von START


    *OEB arbeitet mit einem inhaltlichen Standard, dem ESCO-Kompetenz-Standard. ESCO ist die Kompetenz-Taxonomie der EU und enthält 14.000 Skills in 28 Sprachen. Dadurch sprechen unsere Badges alle die gleiche Sprache, sind vergleichbar und anschlussfähig – egal, wo sie erworben worden sind.

  • Warum Kompetenz-Badges wirken: Erkenntnisse aus User Research III

    Warum Kompetenz-Badges wirken: Erkenntnisse aus User Research III

    User Research III zeigt, dass Studierende Open Educational Badges gegenüber Teilnahmebescheinigungen deutlich bevorzugen, insbesondere in Bezug auf ihre berufliche Relevanz, ihr soziales Ansehen und ihre wahrgenommene Nützlichkeit.

    Auszüge aus der Kurzfassung von User Research III.

  • ICDL: Badges für den Computerführerschein über die OEB-Schnittstelle (API)

    ICDL: Badges für den Computerführerschein über die OEB-Schnittstelle (API)

    Digitale Grundkompetenzen sind heute unverzichtbar – in Schule, Ausbildung, Beruf und Alltag. Mit der internationalen ICDL-Zertifizierung („Computerführerschein“) existiert seit vielen Jahren ein weltweit anerkannter Standard, der genau diese Fähigkeiten prüft und sichtbar macht. In Deutschland verantwortet die Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI) die Zertifizierung. Als Vorreiter im Bereich digitaler Bildung gestaltet sie die Bildungslandschaft aktiv mit und entwickelt sie konsequent weiter. Für die DLGI stellte sich dabei die zentrale Frage: Wie lassen sich Qualifikationen zeitgemäß dokumentieren? Die Antwort fand das Team in Open Educational Badges (OEB).

    „OEB bietet eine smarte, flexible und intuitiv einsetzbare Möglichkeit, individuelle Badges zu erstellen und zu vergeben“, sagt Oliver Stroh, der die Einführung begleitet. Entscheidend war nicht nur die inhaltliche Qualität der Badges, sondern auch die technischen Einbettungs-Möglichkeiten: Die Vergabe sollte nahtlos über das bestehende ICDL-Kundenportal erfolgen. Genau das ermöglicht die Anwendungs-Programmier-Schnittstelle (API) der OEB-Plattform.

    Digitale Kompetenzen – datenbasiert, verifizierbar, teilbar
    ICDL verfolgt ein klares Ziel: Digitale Qualifikationen sollen eindeutig nachweisbar, verifizierbar und sofort einsetzbar sein. Badges dienen Schüler:innen, Auszubildenden und Berufstätigen als digitaler Nachweis bestandener Prüfungen in Bereichen wie Office-Anwendungen, Datenverarbeitung, IT-Sicherheit oder Online-Kommunikation. Zum Einsatz kommen zwei Badge-Typen: Kompetenz-Badges für einzelne Prüfungen sowie Micro-Degrees für Zertifikate, die mehrere Module verbinden. Die zugrunde liegenden Kompetenzen orientieren sich am internationalen ICDL-Standard, der eng mit DIGCOMP* und damit auch mit dem europäischen Kompetenzrahmen ESCO** verknüpft ist, der die Grundlage für Badges auf OEB bildet. So entstehen digitale Nachweise, die europaweit verständlich, anschlussfähig und flexibel einsetzbar sind.

    Der technologische Kern: Badge-Vergabe direkt aus dem eigenen System
    Der entscheidende Schritt war die direkte Anbindung des ICDL-Kundenportals an die offene OEB-API – eine Schnittstelle, über die beide Systeme sicher miteinander kommunizieren. Damit werden Badges genau dort vergeben, wo auch die Prüfungen verwaltet werden: im eigenen Portal der DLGI, ohne manuelle Zwischenschritte. Nach bestandener Prüfung erscheint für Lernende der Button „Badge anfordern“. Ein Klick darauf genügt: Das Portal authentifiziert sich per Client-ID und Secret über die API bei OEB und bekommt einen (OAuth) Token, den es benutzt, um automatisch den passenden Badge per E-Mail zu verschicken. „Der Badge erreicht die Lernenden ohne Umwege und macht ihren Kompetenz-Erwerb sofort sichtbar“, so Oliver Stroh. Für die DLGI bedeutet diese Architektur maximale Effizienz und einen durchgehend schlanken Prozess. Für die Lernenden heißt es: sofortige, verifizierbare und teilbare digitale Nachweise – ideal für Bewerbungen, Online-Profile oder Karriereplattformen wie LinkedIn. Besonders digitalaffine Nutzende integrieren ihre Badges aktiv ins Portfolio, während im schulischen Bereich die Nachfrage stetig wächst, je klarer der Mehrwert wird.

    Bildunterschrift: Der “Badge anfordern”-Button im ICDL-Portal.

    ICDL-Badges: Standards, KI-Assistent und eigene Kompetenzen
    Bei der Badge-Erstellung kombiniert das Team Standardisierung mit eigener Fachlogik. Der KI-Assistent von OEB bildet dabei den Einstieg: Er schlägt passende ESCO-Kompetenzen für die Lerneinheiten vor, die das Team anschließend thematisch verfeinert oder über das Suchfeld ergänzt. Das visuelle Design der Badges entsteht durch externe Grafikdienstleister. In einigen Fällen finden sich in ESCO nicht die passenden Kompetenzen – etwa bei Zertifikaten, die die DLGI für externe Partner erstellt. Dann formuliert das Team eigene Kompetenzbeschreibungen direkt in OEB, um die fachlichen Anforderungen präzise abzubilden. Zu Beginn war es für die DLGI ungewohnt, dass OEB den Kompetenzerwerb über Zeit abbildet. Da die DLGI selbst keine Kurse durchführt, sondern Lernmaterial bereitstellt und Prüfungen abnimmt, schien die Angabe von Stunden zunächst schwer einzuordnen. Bei näherer Betrachtung wurde jedoch deutlich: ICDL gibt seinen Partner:innen ohnehin Richtwerte zur Bearbeitungsdauer der Module. Diese lassen sich sinnvoll auf einzelne Kompetenzen herunterbrechen und schaffen eine einheitliche Orientierung. Inzwischen sieht das Team den Mehrwert klar – die zeitliche Einordnung macht die Badges präziser und bietet Lernenden wie Partnerinstitutionen hilfreiche Transparenz. Für die Zukunft wünscht sich die DLGI noch mehr Flexibilität beim Badge erstellen, zum Beispiel die Möglichkeit, die ausgewählten Kompetenzen im Badge-Editor per Drag-and-Drop nach Kategorien zu sortieren.

    Bildunterschrift: Badge von ICDL mit ESCO-Kompetenzen.

    Erkenntnisse aus der Praxis
    Digitale, verifizierbare Nachweise erleichtern Lernenden den Auftritt in beruflichen Kontexten. Sie verbinden etablierte Fachstandards mit moderner Verifizierbarkeit und sind genau dort verfügbar, wo sie gebraucht werden. Die direkte API-Anbindung hat den Vergabeprozess für die DLGI so effizient gemacht, dass keine manuellen Schritte mehr notwendig sind – alles läuft automatisiert, sicher und zuverlässig im Hintergrund. So entsteht ein System, das Prüfungsleistungen nicht nur bestätigt, sondern digitale Kompetenzentwicklung sichtbar macht und ein reibungsloses Ergebnis für die Nutzenden bietet. Die OEB-API eignet sich gut für Organisationen, die hohe Badge-Mengen vergeben oder ihre Zertifizierung nahtlos in bestehende Plattformen integrieren möchten. Inzwischen ist auch das Badge erstellen und bearbeiten über die API auslagerbar und aus der eigenen Plattform heraus möglich. Und den Lernenden kann jetzt ihr Rucksack mit Badges und Kompetenz-Profil im eigenen System angezeigt werden.
    Es zeigt sich, dass auch Partner/Kunden der DLGI den Mehrwert schnell erkennen: Viele reagieren laut Stroh ausgesprochen positiv auf die Möglichkeit, Badges für die Lerneinheiten erstellen zu lassen. Die DLGI bietet diese Option daher bewusst proaktiv an, als erweitertes Serviceangebot, das ihre Zertifizierungen stärkt.

    Die Zukunft der digitalen Zertifizierung
    Für die DLGI steht fest: Badges sind ein zentraler Baustein für die Zukunft der Zertifizierung. Sie verbinden formale Nachweise mit moderner, kompetenzorientierter Dokumentation und eröffnen Lernenden neue Möglichkeiten der Sichtbarkeit weit über traditionelle Papier- oder PDF-Zertifikate hinaus. Gleichzeitig zeigt die Integration über die OEB-API, wie einfach sich digitale Badge-Vergabe in bestehende Systeme einbetten lässt.
    Oliver Stroh blickt optimistisch nach vorn: „Wir freuen uns darauf, dass sich Badges durchsetzen und Lernende ganz selbstverständlich erwarten, dass sie für abgeschlossene Leistungen auch einen Badge bekommen.“ Bis dahin geht die DLGI aktiv voran – überzeugt davon, dass digitale Nachweise die Entwicklung moderner Qualifizierung entscheidend mitgestalten.

    🔗 OEB-Profil von ICDL

    🔗 Technische API-Dokumentation Einleitung

    🔗 Detaillierte Endpunkt-Dokumentation

    🔗 Funktionen der API: Info-PDF

    *Das Digital Competence Framework for Citizens (DigComp) ist ein europäischer Referenzrahmen zur Bewertung und Förderung digitaler Kompetenzen im Rahmen von lebenslangem Lernen.  Entwickelt von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission dient DigComp als Grundlage für Bildung, Arbeitsmarkt und soziale Teilhabe. DigComp ist auf das ESCO-Datenmodell abgestimmt.
    **OEB arbeitet mit einem inhaltlichen Standard, dem ESCO-Kompetenz-Standard. ESCO ist die Kompetenz-Taxonomie der EU und enthält 14.000 Skills in 28 Sprachen. Dadurch sprechen unsere Badges alle die gleiche Sprache, sind vergleichbar und anschlussfähig – egal, wo sie erworben worden sind.

  • Klima Campus: Wie digitale Lernreisen mit Badges via Moodle Plugin Wirkung entfalten

    Klima Campus: Wie digitale Lernreisen mit Badges via Moodle Plugin Wirkung entfalten

    Der Klima Campus macht komplexe Umweltthemen für junge Menschen greifbar. Wer mit Projektleiterin Aleksandra Traeder spricht, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um echte Aha-Momente. Die Plattform entwickelt offene, kostenfreie Lernmaterialien (OER*), die Umwelt- und Klimaschutz anschaulich vermitteln. In den interaktiven Lernreisen tauchen Jugendliche in Themen wie Plastikverschmutzung in den Meeren oder die Entstehung von Mooren ein und entdecken, wie Ökosysteme funktionieren – und welche Rolle ihr eigenes Handeln spielt. Die Lernreisen fördern kritisches Denken und machen Klimaschutz zu etwas, das man aktiv mitgestaltet.

    Lernreisen auch nach Wunsch
    Neben den eigenen Angeboten entwickelt der Klima Campus auch themenspezifische Lernreisen für verschiedene Auftraggebende, die ein bestimmtes Umweltthema modern, visuell klar und didaktisch fundiert aufbereitet haben möchten. So entstehen maßgeschneiderte digitale Lernangebote, die sich flexibel in Unterricht, Workshops oder außerschulische Lernformate integrieren lassen und Jugendlichen einen verständlichen Zugang zu komplexen Nachhaltigkeitsthemen eröffnen.

    Lernen sichtbar machen mit Badges
    Die Frage, wie Lernende ihre Fortschritte erkennen können, beschäftigte das Team früh. Durch die intensive Beschäftigung mit OER-Standards und Zertifizierung war schnell klar: Digitale Badges sind die beste Lösung, um Kompetenzaufbau strukturiert abzubilden. Entscheidend war es, ein System zu finden, das verständlich, standardisiert und für Lernende ebenso intuitiv ist wie für Bildungsanbietende. Dass Klima Campus und Open Educational Badges (OEB) beide unter dem Dach von mycelia entwickelt werden, beschleunigte die Entscheidung. „Wir bei mycelia denken Bildung transformativ und wollen sie so gestalten, dass sie für Lernende wirklich nutzbar wird. Badges eröffnen uns eine zeitgemäße Form der Kompetenz-Dokumentation und wir bringen unseren eigenen Use Case aktiv in die Weiterentwicklung von OEB ein”, so Aleksandra.

    Kompetenzen automatisiert nachweisen
    Klima Campus arbeitet auf Basis des Lern-Management-Systems Moodle. Über das OEB-Moodle-Plugin (verfügbar im Moodle-Store) lassen sich Open Educational Badges nahtlos in den digitalen Lernprozess integrieren. Technisch geschieht das über sogenannte App-Integrationen: Im OEB-Account wird dafür eine „Client-ID“ und ein „Client-Secret“ erzeugt. Mit diesen authentifiziert sich das Plugin bei OEB und bekommt einen (OAuth) Token, den es nutzt, um über OEB Badges zu vergeben. In Moodle können Kurse und Aktivitäten mit Badges verknüpft werden. Für jede Lernreise legt das Team Abschlussbedingungen fest. Wenn Lernende eingeloggt sind und alle Aktivitäten eines Kurses erfolgreich abgeschlossen haben, löst Moodle automatisch die Vergabe des verknüpften Badges per E-Mail aus. Wer keinen Account auf Klima Campus anlegen möchte, kann den Badge alternativ über einen QR-Code anfragen. „Uns war wichtig, dass Technik nicht im Weg steht, sondern unterstützt. Der Badge soll genau dann erscheinen, wenn ein Lernmoment abgeschlossen ist – nicht später“, so Aleksandra. Moodle übernimmt die Kurslogik, OEB liefert die Zertifikatsqualität und die europaweit anschlussfähigen ESCO**-Kompetenzen – ein schlankes System, das Lernfortschritte ohne zusätzlichen Aufwand sichtbar macht.

    Bildunterschrift: Moodle: Aktivitätsabschluss vom Kurs / Abschlussbedingungen vom Kapitel.

    Nachhaltigkeits-Kompetenzen, die über Fachwissen hinausgehen
    Was den Klima Campus besonders auszeichnet, ist der Blick hinter das reine Faktenlernen. „Fachwissen ist wichtig, aber ohne die Fähigkeit, Entscheidungen zu reflektieren, bleibt es abstrakt. Deshalb fließen BNE***-Kompetenzen bei uns immer mit ein“, sagt Aleksandra. Die Lernreisen sind so gestaltet, dass Jugendliche nicht nur verstehen, was in der Umwelt passiert, sondern auch, wie sie Zusammenhänge beurteilen und eigene Entscheidungen hinterfragen können. Fähigkeiten wie das Abwägen verschiedener Perspektiven, das Erkennen von Wechselwirkungen oder das Reflektieren eigener Handlungsmöglichkeiten gehören zu den zentralen BNE-Kompetenzen und entstehen durch dialogische Aufgaben, Reflexionsimpulse und lebensnahe Beispiele. Badges machen diese Entwicklungsschritte sichtbar und zeigen, wie Lernende ihr Urteilsvermögen, ihr Systemverständnis und ihre Handlungskompetenz weiterentwickeln. „Badges geben Orientierung, ohne Druck zu erzeugen – und genau das brauchen junge Menschen in komplexen Nachhaltigkeitsthemen“. Klima Campus hat gemeinsam mit OEB und dem Schwesternprojekt Umwelt im Unterricht (UiU) auch daran gearbeitet, Nachhaltigkeits-Kompetenzen klarer abzubilden. Die neue BNE-Visualisierung im Kompetenzprofil des OEB-Rucksacks wird den Lernenden auf einen Blick zeigen, welche Nachhaltigkeits-Fähigkeiten sie bereits gestärkt haben.
    Das künftige OEB-Dashboard wird zudem für die Institutionen sichtbar machen, welche BNE-Aspekte in ihren Lernangeboten besonders gestärkt werden – ein Werkzeug, das Bildung für nachhaltige Entwicklung noch gezielter unterstützt.

    Bildunterschrift: Beispiel für die kommende BNE-Visualisierung im Kompetenz-Profil der Lernenden.

    Von Lerninhalten zu aussagekräftigen Badges 
    Für die Erstellung ihrer Badges nutzt das Team den KI-Assistenten von OEB, der Kursinhalte mit passenden ESCO-Kompetenzen verknüpft und so eine konsistente inhaltliche Basis schafft. Die Texte aus den Lernreisen werden zunächst in das Tool eingefügt und anschließend schrittweise verfeinert, bis die Vorschläge passgenau zum Inhalt sind. Bei sehr spezialisierten Themen wie Moorökologie stößt die ESCO-Taxonomie allerdings an Grenzen – hier wäre es aus Aleksandras Sicht besonders hilfreich, eigene Kompetenz-Frameworks ergänzend im KI-Tool hinterlegen zu können. Genau an dieser Funktion arbeitet OEB bereits, damit Bildungsorganisationen künftig ihre eigenen Kompetenzmodelle integrieren und gleichzeitig von der strukturierten Standardisierung durch OEB profitieren können.

    Ein klarer Blick nach vorn
    Für Klima Campus sind Badges ein zentraler Baustein, um Kompetenz-Erwerb sichtbar zu machen und Lernwege strukturiert abzubilden. Die Kombination aus Moodle-Struktur, automatisierter Badge-Vergabe und der klaren, kompetenzorientierten Darstellung schafft ein System, das Lernende motiviert und Lehrkräfte entlastet. Aus der bisherigen Arbeit zieht Klima Campus eine klare Erkenntnis: Badges erhöhen die Motivation, geben jungen Menschen ein klares Gefühl von Fortschritt und machen Lust, weitere Themen zu erkunden. Diese Rückmeldung passt zu Erfahrungen aus anderen Bildungsprojekten: Sichtbare Kompetenz-Zuwächse stärken die Selbstwirksamkeit. Vor diesem Hintergrund fällt die Empfehlung von Klima Campus an andere Organisationen entsprechend aus: „Einfach starten, die Nutzung der Plattform ist super easy.“

    🔗 OEB-Profil vom Klima Campus

    🔗 Plugin-Dokumentation auf GitHub

    🔗 PDF-Anleitung zum Moodle Plugin

    *Als Open Educational Resources werden freie Lern- und Lehrmaterialien bezeichnet, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht und damit für alle Interessierten zur Nachnutzung bereitgestellt werden.
    **OEB arbeitet mit einem inhaltlichen Standard, dem ESCO-Kompetenz-Standard. ESCO ist die Kompetenz-Taxonomie der EU und enthält 14.000 Skills in 28 Sprachen. Dadurch sprechen unsere Badges alle die gleiche Sprache, sind vergleichbar und anschlussfähig – egal, wo sie erworben worden sind.
    *** BNE ist die Abkürzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gemeint ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Sie ermöglicht jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen.

  • OEB in der Praxis – Ein Interview mit Anastasia Rylnikov und Moritz Demandt von skillzUP

    OEB in der Praxis – Ein Interview mit Anastasia Rylnikov und Moritz Demandt von skillzUP

    skillzUP ist eine Initiative der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG) zur Förderung digitaler Kompetenzen bei jungen Menschen aus Mönchengladbach und Umgebung. Das kostenlose Angebot richtet sich an Schüler:innen, Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger:innen im Alter von 13 bis 23 Jahren. Diese junge Zielgruppe soll fit für die Möglichkeiten des Digitalen Zeitalters und die zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes gemacht werden. Wir haben uns mit Anastasia und Moritz von skillzUP hingesetzt und ein Interview geführt.

    Wie seid ihr auf Open Educational Badges (OEB) aufmerksam geworden und warum habt ihr euch entschieden OEB einzusetzen?

    Anastasia: Wir haben ursprünglich ganz klassisch Zertifikate erstellt – in Canva gestaltet und ausgedruckt oder als PDF verschickt. Doch schnell wurde deutlich, dass viele Teilnehmende lieber eine digitale Variante hätten. Also haben wir angefangen, die Zertifikate händisch als PDF zu generieren, was aber auf Dauer zu aufwendig war. Ein Kollege hat mir dann von OEB erzählt. Nach einem ersten Gespräch war klar, dass das eine gute Lösung sein könnte – vor allem, weil es mehr ist als ein digitales Zertifikat. Die Badges haben einen Gamification-Ansatz. Außerdem war uns wichtig, dass sie nicht nur Nachweise, sondern auch kleine Anerkennungen für die Lernleistung sind.

    In welchen Kontexten nutzt ihr Badges?

    Moritz: Unsere Badges kommen vor allem in Kursen und Workshops zum Einsatz, die sich an eine junge Zielgruppe richten – also Schüler:innen, Auszubildende oder Studierende. Da passt es ganz gut, dass man es schafft, die Zertifikate auf digitaler Ebene zu vergeben.

    Anastasia: Anfangs haben wir einfache Teilnahme-Badges vergeben, um das System zu testen. Nach dem ersten Workshop haben wir gemerkt, dass es sinnvoll ist, die Inhalte stärker sichtbar zu machen. Daher haben wir später, in Rücksprache mit den Dozent:innen und Trainer:innen, Kompetenz-Badges erstellt, in denen die Themen und Lernziele der Veranstaltung festgehalten wurden. Für die Teilnehmenden ist das deutlich aussagekräftiger, weil sie sehen können, was sie konkret gelernt haben.

    Wie waren eure Erfahrungen mit der Erstellung und Vergabe von OEB?

    Anastasia: Für das Design konnten wir auf vorhandene Elemente zurückgreifen: unsere Icons in unseren Farben, die für unsere Website erstellt wurden. So war alles CI-konform. Das hat gut funktioniert und den Wiedererkennungswert gestärkt.

    Bei der Vergabe haben wir unterschiedliche Varianten ausprobiert: teilweise direkt am Ende der Veranstaltung mit QR-Code, teilweise im Nachhinein. Wir haben gemerkt, dass die Vergabe am besten funktioniert, wenn sie direkt im Anschluss stattfindet – also während die Teilnehmenden noch anwesend sind.

    Moritz: Wir haben einfach den QR-Code in unsere bestehende Präsentation eingebaut und das war eigentlich relativ easy.

    Welches Potenzial seht ihr?

    Anastasia: Viele Teilnehmende erwarten gar nicht, dass sie ein Zertifikat oder einen Nachweis bekommen. Gerade bei Jüngeren fehlt oft das Bewusstsein dafür, dass solche Nachweise wichtig sein können – etwa für Bewerbungen oder den Lebenslauf.

    Bei Studierenden ist das anders: Sie wissen meist, wie sie digitale Zertifikate nutzen können, und bevorzugen klar die digitale Form. Ich habe letztens in einer Studierendengruppe nachgefragt, ob das jemand in Print-Form haben möchte, und alle wollten das Zertifikat digital. Für sie sind Badges eine sinnvolle Ergänzung.

    Bei einigen Zielgruppen muss man aber schon erklären, warum Zertifikate oder Badges sinnvoll sind. Ich sage dann immer: ‚Nutzt solche Zertifikate oder Badges oder was ihr auch bekommt, weil das zeigt, dass ihr außerhalb der Schule oder außerhalb der Standardsachen Kenntnisse erworben habt‘

    Welchen Rat würdet ihr anderen Institutionen geben, die OEB einsetzen möchten?

    Moritz: Ein großer Vorteil ist der administrative Teil: Kein Drucken, kein händisches Erstellen, kein Versand per Post. Zudem können Papier-Zertifikate irgendwann verloren gehen, während digitale Badges dauerhaft abrufbar bleiben.

    Wir würden Institutionen raten, den Vergabeprozess klar in den Ablauf einer Veranstaltung zu integrieren – idealerweise direkt am Ende. Und wichtig ist auch, den Teilnehmenden zu erklären, was Badges sind und wie sie sie nutzen können.

    Anastasia: Badges können auch für Schulen, Berufskollegs/Betriebe und Hochschulen interessant sein – nicht nur als Nachweis, sondern auch, um die Motivation der Schüler:innen oder Studierenden zu fördern. Ich glaube, Menschen sammeln gerne und Badges regen dazu an, etwas erreichen zu wollen – ähnlich wie das Erreichen des nächsten Levels in einem Spiel.

    🔗 OEB-Profil von skillzUP

  • OEB in der Praxis – Ein Interview mit Akteur:innen aus dem Reallabor Heilbronn

    OEB in der Praxis – Ein Interview mit Akteur:innen aus dem Reallabor Heilbronn

    Im Reallabor Heilbronn sind im Herbst 2024 die ersten Badges vergeben worden. Wir haben mit Iris Steinmetz (Netzwerk-Koordination, experimenta), Robert Friedrich (Jugendforschungszentrum/Schulklassenlabore, experimenta) und Alexandra Neukam (Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Heilbronn) über Open Educational Badges gesprochen.

    Wie seid ihr auf Open Educational Badges (OEB) aufmerksam geworden und warum habt ihr euch entschieden OEB einzusetzen?

    Iris Steinmetz/experimenta: „Im Februar 2024 ist die Zukunftsallianz MINT-Region Heilbronn gegründet worden. Man hat sich darauf verständigt, innovative Formate sowie zielgerichtet neue Dinge auszuprobieren und zu testen. Zudem richtet die MINT-Region den Blick nicht nur auf die MINT-Fächer, sondern auf das gesamte Feld der Future Skills. Wir haben uns deshalb entscheiden, Badges zum einen in der experimenta als innovatives Format einer Zertifikatsausgabe zu testen. Zum anderen haben wir mit Partner:innen der MINT-Region eine Pionier-Gruppe gebildet, um OEB zu testen. Insgesamt waren acht Partner:innen mit unterschiedlichen Zielgruppen und Kund:innen in der Pilotphase dabei beziehungsweise testen OEB nach wie vor.“

    In welchen Kontexten nutzt ihr Badges?

    Iris Steinmetz/experimenta: „Dadurch, dass unsere Partner:innen unterschiedliche Zielgruppen haben, ist das eine große Bandbreite. Wir als experimenta haben Schüler:innen als Zielgruppe, angefangen von der fünften Klasse bis zu Teilnehmenden, die im Jugendforschungszentrum an High-Level-Projekten arbeiten. Die Coding School 42Heilbronn hingegen versucht OEB beispielsweise als Skill-Tracker zu nutzen, um auch im Zusammenspiel mit Unternehmen innovative Wege zu gehen. Und dann gibt es noch die Agentur für Arbeit.“

    Alexandra Neukam/Agentur für Arbeit: „Wir sind in Doppelfunktion dabei. Auf der einen Seite sind wir eine große Arbeitgeberin mit über 100.000 Beschäftigten in Deutschland. Auf der anderen Seite haben wir die Berufsberatung und versuchen gute Übergänge von der Schule ins Berufsleben zu gestalten. In beiden Fällen finde ich Badges besonders für die Schüler:innen spannend, die eben nicht das beste Zeugnis mitbringen und bestimmte Skills über andere Nachweise, beispielsweise Badges, in Bewerbungen präsentieren. Wichtig dabei ist, dass Badges sehr übersichtlich gestaltet sind und man schnell erfassen kann, welche Kompetenzen die Schüler:innen mitbringen. Wir sind da manchmal schon zu perfektionistisch oder zu kleinteilig unterwegs. Ich weiß, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen keine Ressourcen haben sich mehrere Seiten anzusehen.“

    Wie waren eure Erfahrungen mit der Erstellung und Vergabe von OEB?

    Robert Friedrich/experimenta: „Die Umsetzung der Badges verlief reibungslos. Wir konnten die in unseren Angeboten definierten Lerninhalte direkt in das übersichtliche Badge-Format übertragen. Auch die Vergabe war unkompliziert: Über einen von OEB erzeugten QR-Code konnten die Teilnehmenden ihren Badge direkt abrufen. Rund 80 Prozent der Schüler:innen haben das Angebot am Ende auch genutzt.

    Etwas herausfordernd war die Arbeit mit der ESCO-Datenbank. Zwar sind dort viele Kompetenzen erfasst, doch einige Themen fehlen bisher. Wir haben diese Inhalte deshalb manuell ergänzt. Was zum Glück einfach ist, jedoch die Vergleichbarkeit der Badges etwas erschwert. Trotzdem halte ich es für wichtig, dass Institutionen in ihren Badges auch individuelle Schwerpunkte abbilden können. Gerade in einer immer spezialisierteren Bildungs- und Berufswelt.“

    Wie sind Badges bei Schüler:innen angekommen?

    Robert Friedrich/experimenta: „Die Rückmeldungen der Schüler:innen waren durchweg positiv. Viele haben schnell verstanden, dass Badges eine unkomplizierte Möglichkeit sind, einen Nachweis für die bei uns erlernten Fähigkeiten zu erlangen. Die einfache Vergabe per QR-Code kommt besonders gut an, speziell bei technikaffinen Schüler:innen. Wichtig ist, dass man den Nutzen greifbar macht. Wenn erkannt und verstanden wird, dass ein Badge ihre persönlichen Kompetenzen sichtbar macht, ist die Begeisterung sofort da.“

    Welches Potenzial seht ihr konkret für eine gesamte Region wie in Heilbronn?

    Robert Friedrich/experimenta: „Besonders hilfreich finde ich, dass man als Institution sehen kann, welche Badges andere vergeben. Das schafft Transparenz, inspiriert und erleichtert den Einstieg. Wer neu in das Thema einsteigt, kann sich an bestehenden Beispielen orientieren und eigene Ideen entwickeln. Mein Tipp wäre es, nicht zu kompliziert zu denken, sondern einfach anzufangen und auszuprobieren.“

    Alexandra Neukam/Agentur für Arbeit: „Ich würde sagen: Probiert es einfach aus. Es ist vom Handling her super easy. Wenn man erstmal angefangen hat, ist es selbsterklärend. Also keine Berührungsängste! Einfach ausprobieren!“

    🔗 OEB-Profil von der experimenta

  • Futurelabs: Ein Makerspace, der Badges nutzt, um Jugendliche beim Entdecken ihrer Stärken zu unterstützen

    Futurelabs: Ein Makerspace, der Badges nutzt, um Jugendliche beim Entdecken ihrer Stärken zu unterstützen

    In der offenen Werkstatt von Futurelabs in Lauda-Königshofen können sich Jugendliche ab 12 Jahren digital, kreativ und handwerklich ausprobieren. Kostenlos, ohne Notendruck und ohne vorgegebene Aufgaben. Hier zählt nur eines: Neugier. Wer kommt, darf ausprobieren, tüfteln, scheitern, neu denken – und dabei entdecken, wo die eigenen Stärken liegen.

    Lernen ohne Noten – aber mit Anerkennung
    Doch wie lässt sich solches nonformales Lernen sichtbar machen? Wie können Fortschritte gewürdigt werden, die außerhalb von Schulnoten passieren? Diese Fragen haben das Futurelabs-Team zur Entwicklung eines papier- und stickerbasierten Badge-Systems geführt. „Wir wollten von Anfang an auch eine digitale Möglichkeit der Anerkennung“, erzählt Sina Hautzinger. „Als wir OEB kennengelernt haben, war schnell klar: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Die Plattform ist erprobt, flexibel und kompetenzorientiert – genau das, was wir gesucht haben.“

    Vom Werkstattprojekt zum digitalen Lernpfad
    Futurelabs hat für die Jugendlichen eine Experience Journey entworfen: einen Lernpfad, der zeigt, wie sie sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Jede Stufe besteht aus 3 Badges mit klar definierten Kompetenzen. Wenn diese erworben wurden, gibt es den Lernpfad-Abschluss-Badge Micro Degree.
    Den ersten Badge („Member“) erhalten Jugendliche bereits für den Mut, vorbeizukommen und Neues auszuprobieren. Weitere Badges dokumentieren Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Teamarbeit oder Engagement in der Community.

    Analog sichtbar – digital vernetzt
    Bei Futurelabs sind Badges nicht nur digital, sondern auch analog erlebbar:
    In der Werkstatt hängt für jede:n Teilnehmende:n eine personalisierte Karte mit der eigenen Experience Journey. Jeder erreichte Badge wird mit einem farbigen Sticker markiert. „Die Jugendlichen sind stolz auf ihre Karte. Wer viele Badges hat, wird bewundert – das motiviert ungemein“, erzählt Sina. Parallel dazu erhalten die Jugendlichen ihre Badges digital über OEB, direkt per E-Mail oder sie fragen ihn per QR-Code an. Auf der OEB-Plattform sammeln sie Badges im „Rucksack“, sehen ihr Kompetenz-Profil visualisiert und können die Badges als Sammlungen in Bewerbungen integrieren.

    Bildunterschrift: Die analogen Badge-Karten in der Futurelabs-Werkstatt.

    Lernen mit Spaß und Selbstreflexion
    Badges machen nicht nur Kompetenzen wie Kreativität, Teamfähigkeit oder Durchhaltevermögen sichtbar – sie regen auch zu Selbstreflexion an. Jugendliche können Badges bei Futurelabs selbst einfordern, wenn sie glauben, eine Fähigkeit erworben zu haben. So entsteht ein Dialog über Lernen, der Selbstbewusstsein fördert. Und: Er macht Spaß. Gamification gehört bei Futurelabs sowieso dazu: In der Werkstatt steht eine selbstgebaute Arcade-Station – wer Badges sammelt, verdient sich außerdem Spielzeit. „Das war für viele ein zusätzlicher Anreiz“, lacht Sina.

    Badges erstellen auf OEB
    Bei der Erstellung der Badges hat der OEB-KI-Assistent unterstützt. Das integrierte Tool verknüpft Kompetenz-Badges mit zum Lernangebot passenden Kompetenzen nach dem europäischen ESCO-Standard*. Das macht sie vergleichbar und anschlussfähig. „Manchmal mussten wir beim Prompten ein bisschen ausprobieren, aber am Ende hat es gut funktioniert“, berichtet Sina. Die größte Herausforderung: für die sehr individuellen Lernwege passende Zeitangaben zu finden. Heute arbeitet das Team mit Durchschnittswerten – wichtig ist die Nachvollziehbarkeit.
    Besonders geschätzt wurde der persönliche Support durch das Team von Open Educational Badges: „Ich kann nur empfehlen, die Kontaktangebote zu nutzen. Es ist toll, dass man einfach schreiben kann und direkt Unterstützung bekommt.“

    Erkenntnisse und Ausblick
    Für Futurelabs steht fest: Das Badge-System stärkt Motivation, Selbstreflexion und Anerkennung – gerade für Lernprozesse, die sonst unsichtbar bleiben. „Unsere Jugendlichen verstehen durch die Badges besser, was sie eigentlich können“, sagt Sina. „Und sie bekommen Lust, den nächsten Schritt zu gehen.“
    Im kommenden Jahr soll OEB über das Plugin enger mit dem Check-in-System der Werkstatt verknüpft werden, damit digitale und analoge Lernwelten noch stärker zusammenwachsen.

    Tipp für andere Organisationen
    „Erstellt zuerst Probe-Badges. So lernt man die Plattform spielerisch kennen und kann von Anfang an mitdenken, wie die Badges zur eigenen Lernumgebung passen.“

    🔗 Hier geht es zum ausführlichen Interview mit Sina Hautzinger

    🔗 OEB-Profil vom FutureLabs

    * OEB arbeitet mit einem inhaltlichen Standard, dem ESCO-Kompetenz-Standard. ESCO ist die Kompetenz-Taxonomie der EU und enthält 14.000 Skills in 28 Sprachen. Dadurch sprechen unsere Badges alle die gleiche Sprache, sind vergleichbar und anschlussfähig – egal, wo sie erworben worden sind.

  • UfU: Mit Badges Klimabildung sichtbar machen

    UfU: Mit Badges Klimabildung sichtbar machen

    Beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) dreht sich alles um Zukunftskompetenzen – und darum, wie man sie wirksam vermittelt. In der Weiterbildung NaKlima! entdecken Lehrkräfte, wie sie Natürlichen Klimaschutz kreativ in ihren Unterricht bringen können, zum Beispiel mit den digitalen Lernreisen auf klimacampus.org. Um sichtbar zu machen, welche Kompetenzen dabei entstehen, setzt das UfU auf digitale Zertifikate über Open Educational Badges (OEB). „Wir fanden die Idee spannend, nicht nur ein schnödes Zertifikat auszustellen, sondern durch OEB den europäischen Kompetenzrahmen ESCO* nutzen zu können“, erzählt Swenja Rosenwinkel, Projektleiterin beim UfU. „Das ist zeitgemäß und eine gute Möglichkeit, vorhandene Standards sinnvoll zu nutzen.“ ESCO macht Kompetenzstände europaweit vergleichbar und anerkennbar – ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen, transparenten Bildungsdokumentation.

    Klimaschutz lehren und Kompetenz-Erwerb sichtbar machen
    Na Klima! ist eine modulare Weiterbildung mit mehreren Bausteinen. Lehrkräfte erwerben nicht nur Fachwissen, sondern entwickeln eigene Unterrichtseinheiten rund um den Natürlichen Klimaschutz. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten sie einen Badge über OEB als sichtbares Zeichen ihres Engagements und ihrer erworbenen Kompetenzen. „Uns geht es auch darum, Lehrkräften zu zeigen, dass es diese digitalen Nachweise gibt“, erklärt Swenja. „Viele kennen Badges noch nicht, sehen aber sofort das Potenzial für ihre Schüler:innen, etwa im Rahmen der Berufsorientierung.“ Hiermit spielt sie auf die OEB-Lernenden-Funktionen an: Im Rucksack können Lernende Badges sammeln, erhalten eine Visualisierung ihres Kompetenzprofils und können ihre Badges teilen – etwa auf Social-Media-Profilen oder in Bewerbungen.
    Auch Bildungseinrichtungen profitieren von den Features auf OEB: Über die Badge-Vergabe lässt sich nicht nur nachvollziehen, welche Kompetenzen bei Schüler:innen gestärkt wurden, sondern auch, welche Weiterbildungen Lehrkräfte bereits absolviert haben – eine wertvolle Grundlage, um Qualifikationen im Team gezielt weiterzuentwickeln. Perspektivisch wird das über eine Dashboard-Funktion noch übersichtlicher abgebildet werden.

    Modular lernen, digital auszeichnen
    Das UfU arbeitet mit Kompetenz-Badges, die am Ende der Weiterbildung vergeben werden. Die drei Module könnten theoretisch auch einzeln ausgezeichnet werden, doch das Team hat sich bewusst für den Gesamtabschluss entschieden: „Wenn Teilnehmende schon nach einem Modul ein Zertifikat erhalten, lässt die Motivation für die weiteren Termine manchmal nach“, so Swenja. „Aber ein Micro-Degree kann ein schöner Anreiz sein, zum Beispiel, wenn jemand pausieren musste. Dann ist es wie ein ‚Mach weiter!‘-Signal.“
    Vergeben werden die Badges entweder direkt per E-Mail oder über eigene Anfrage der Lernenden via QR-Code – je nachdem, was organisatorisch besser passt. Die Flexibilität der OEB-Plattform ist für das Team ein klarer Pluspunkt.

    Von Handarbeit zu KI-Routine
    Bei der Erstellung der Badges nutzt das UfU den KI-Assistenten von OEB, der Lerninhalte mit Kompetenzen des ESCO-Standards verknüpft. „Am Anfang lief das nicht ganz reibungslos“, erinnert sich Swenja. „Die KI hat teilweise Vorschläge gemacht, die nicht zu unseren Inhalten passten, da war einiges an Handarbeit nötig. Wenn man noch nie mit ESCO gearbeitet hat, muss man sich auch erst einmal orientieren. Aber das OEB-Team hat uns dabei unterstützt.“ Mit wachsender Erfahrung wurde der Prozess immer effizienter. Hilfreich war auch die Stichwortsuche des KI-Tools, mit der sich teilweise passgenauere Kompetenz-Vorschläge finden lassen. „Und die Möglichkeit, vorhandene Badges zu kopieren und anzupassen, spart unglaublich viel Zeit“, ergänzt Swenja. „Außerdem ist es praktisch, dass ich digital auf einen Blick sehen kann, an wen ich schon Zertifikate vergeben habe.“

    Wünsche und Weiterentwicklung
    Für die Zukunft wünscht sich Swenja noch mehr Gestaltungs-Spielraum bei der Badge-Erstellung – etwa den Eintrag von Veranstaltungs-Terminen oder bei der Darstellung der PDF-Zertifikate, die zusätzlich zu den Badges generiert und an die Lernenden verschickt werden. Wichtig bleibt für sie, dass die digitalen Nachweise auch außerhalb der Plattform verständlich sind: „Viele wünschen sich zusätzlich ein klassisches Zertifikat, weil sie digitale Badges noch nicht kennen. Es hilft, wenn sofort erkennbar ist, was ein Badge bedeutet und wofür er steht.“
    Hier setzt das OEB-Team bereits an: Das aktuelle Redesign der PDF-Zertifikate macht die Verbindung zwischen analoger und digitaler Anerkennung noch klarer. Außerdem ist ein PDF-Editor in Planung, der das Hochladen personalisierter Hintergründe im jeweiligen Institutions-Design ermöglicht. Auch das Datum der Veranstaltung kann in Kürze beim Badge-Vergabe-Prozess ergänzt werden. Und der KI-Assistent wird fortlaufend optimiert.

    Digitale Anerkennung mit Zukunft
    OEB hat sich für das UfU als praktisches, professionelles und zeiteffizientes Werkzeug erwiesen. „Die Badges sind auch optisch ansprechend und wirken seriös – nicht wie ein selbst gebasteltes Zertifikat“, sagt Swenja. Sie findet „die Idee stark, Lernen europaweit sichtbar und vergleichbar zu machen. Wenn Schulen und Arbeitgebende Badges anerkennen, kann daraus etwas richtig Großes entstehen.“

    Bildunterschrift: Visualisierung eines Kompetenz-Profils (links) / Badge vom UfU mit ESCO-Komeptenzen (rechts).

    🔗 OEB-Profil vom UfU

    Neugierig geworden?
    Mit OEB lassen sich digitale Zertifikate einfach erstellen, Kompetenzen sichtbar machen und Lernprozesse dokumentieren – von der Schule über außerschulische Angebote bis zur Erwachsenenbildung.

    * OEB arbeitet mit einem inhaltlichen Standard, dem ESCO-Kompetenz-Standard. ESCO ist die Kompetenz-Taxonomie der EU und enthält 14.000 Skills in 28 Sprachen. Dadurch sprechen unsere Badges alle die gleiche Sprache, sind vergleichbar und anschlussfähig – egal, wo sie erworben worden sind.

  • Desktop Research: Übersicht Open Badge Projekte

    Desktop Research: Übersicht Open Badge Projekte

    In In dieser umfangreichen Zusammenfassung hat Prof. Dr. Ilona Buchem einen Überblick über internationale Projekte im Bereich Open Badges erstellt. Das Dokument gibt einen Überblick über die Entwicklung von Badges im Bereich Hochschule, Weiterbildung als auch im kommunalen und internationalen Kontext. Wissenschaftliche Forschungspapiere sind angefügt und eingebunden. Gelingensfaktoren sind evaluiert und aufgezeigt.